Lohnt sich die Canada Life Generation Private Plus?

Die Canada Life Generation Private Plus im Test: Ist diese Rentenversicherung eine sinnvolle Altersvorsorge?
Wie gut eignet sich die Canada Life Generation Private Plus tatsächlich für den Vermögensaufbau im Alter? Welche Auszahlung können Sie am Ende der Vertragslaufzeit realistisch erwarten? Und lohnt sich der Abschluss dieser Rentenversicherung überhaupt? In diesem Beitrag zeigen wir unsere Erfahrungen und analysieren die Kosten sowie die Wirtschaftlichkeit des Vertrags.

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Das Wichtigste in Kürze

Die Kosten der Canada Life belaufen sich auf 16.997,64 Euro.

Die Gesamtbelastung der im Angebot enthaltenen Kapitalanlage beträgt 107.732,56 Euro

Die Rentenoption rechnet sich erst bei einer Lebenserwartung von über 108 Jahren

Nach einer Vertragslaufzeit von 37 Jahren ergibt sich ein Gewinn von lediglich 28.371,36 Euro

Wir empfehlen, jeden Vertrag individuell prüfen zu lassen

Schauen Sie sich das Video an oder lesen Sie den folgenden Blogartikel.

Einleitung in die Vertragsprüfung

Kann man sich auf die Canada Life Generation Private Plus verlassen?

Mit genau dieser Fragestellung wandte sich ein Kunde an uns und bat um eine Überprüfung seines persönlichen Vertragsangebots.

Falls Sie sich aktuell dieselbe Frage stellen, soll Ihnen dieser Beitrag als Orientierung dienen und dabei helfen, die wichtigsten Zusammenhänge besser zu verstehen. Bitte beachten Sie jedoch, dass jede Vertrags- oder Angebotsprüfung von den individuellen Vertragsdaten abhängt und deshalb zu einem anderen Ergebnis kommen kann.

Unser Ziel ist es nicht, den Versicherer oder den Tarif pauschal zu bewerten. Stattdessen analysieren wir ausschließlich das uns vorliegende Angebot sachlich, objektiv und transparent, damit die einzelnen Bestandteile nachvollziehbar dargestellt werden.

Wenn auch Sie Ihr persönliches Angebot oder einen bereits bestehenden Vertrag prüfen lassen möchten, können Sie sich selbstverständlich kostenfrei und unverbindlich an uns wenden.

Bevor wir das Angebot der Canada Life Generation Private Plus im Detail analysieren, lohnt sich zunächst ein Blick auf die grundlegenden Kriterien, die eine leistungsstarke Altersvorsorge ausmachen.

Rendite:
Eine Altersvorsorge sollte langfristig eine möglichst hohe und realistisch erzielbare Rendite erwirtschaften. Sie bildet die Grundlage für einen erfolgreichen Vermögensaufbau.

Kosten:
Jede Form von Kosten mindert den Anlageerfolg. Deshalb sollten sämtliche Gebühren möglichst gering ausfallen, damit ein größerer Teil der Rendite tatsächlich bei Ihnen ankommt.

Weitere renditemindernde Einflussfaktoren:
Neben den offensichtlichen Kosten gibt es – abhängig von der jeweiligen Anlageform – weitere Faktoren, die sich negativ auf die Wertentwicklung auswirken können. Diese sollten von Anfang an bekannt sein und in die Bewertung einfließen.

Steuern:
Eine steuerlich sinnvolle Gestaltung kann den Vermögensaufbau deutlich verbessern. Wer die gesetzlichen Möglichkeiten optimal nutzt, profitiert langfristig von einem stärkeren Zinseszinseffekt.

Inflation:
Auch die Inflation spielt eine entscheidende Rolle. Sie verringert die Kaufkraft Ihres Vermögens und sollte deshalb bei jeder langfristigen Finanzplanung berücksichtigt werden.

Wenn Sie diese wesentlichen Punkte beachten, erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass Ihr investiertes Kapital langfristig tatsächlich wächst.

Stammdaten der Vertragsprüfung
  • Einmaliger Anlagebetrag: 0 Euro
  • Monatsbeitrag: 300,00 Euro
  • Beitragszahldauer (Jahre): 37
  • Dynamik: keine
  • Eintrittsalter: 30
  • Rentenbeginn: 67
  • Eingezahltes Gesamtkapital: 133.200,00 Euro

Dem uns vorliegenden Angebot entnehmen wir einen monatlichen Beitrag in Höhe von 300 Euro. Ein einmaliger Anlagebetrag ist nicht vorgesehen. Die Beitragszahlung erfolgt über die gesamte Vertragslaufzeit von 37 Jahren, wobei keine Dynamisierung vereinbart wurde.

Der Versicherungsnehmer startet den Vertrag im Alter von 30 Jahren und plant den Rentenbeginn mit 67 Jahren. Unter der Annahme gleichbleibender Beiträge ergibt sich bis zum Ende der Laufzeit eine gesamte Einzahlung von 133.200,00 Euro. Eventuelle Zuzahlungen oder spätere Beitragsänderungen wurden in dieser Berechnung nicht berücksichtigt.

Um beurteilen zu können, ob sich ein solcher Vertrag tatsächlich lohnt, muss zunächst die langfristig realistisch zu erwartende Durchschnittsrendite vor Kosten und Steuern ermittelt werden.

Die zukünftige Entwicklung einzelner Aktien oder Investmentfonds lässt sich naturgemäß nicht sicher vorhersagen. Für eine fundierte Bewertung einer Geldanlage reicht deshalb der Blick auf einzelne Wertpapiere nicht aus. Entscheidend ist vielmehr, welche Anlageklassen hinter dem Produkt stehen und aus welchen Renditequellen die Erträge stammen.

Handelt es sich beispielsweise um eine Anlage, die vollständig in Aktien investiert, legen wir für unsere Berechnungen die langfristig erwartete Marktrendite des weltweiten Aktienmarktes von durchschnittlich neun Prozent pro Jahr zugrunde.

Diese langfristigen Marktrenditen basieren auf zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen und Studien. Entsprechende Literaturhinweise finden Sie am Ende dieses Beitrags.
Im nächsten Schritt werden von dieser erwarteten Marktrendite sämtliche Kosten – beispielsweise Vertrags- und Fondskosten – sowie weitere renditemindernde Einflussfaktoren abgezogen. Erst dadurch lässt sich eine realistisch zu erwartende Nettorendite für den Anleger ermitteln.

Aus den uns vorliegenden Angebotsunterlagen geht hervor, dass sämtliche Beiträge in den DWS Invest ESG Equity Income investiert werden. Da dieser Fonds nahezu vollständig aus Aktien besteht, kalkulieren wir mit einer langfristigen Marktrendite des weltweiten Aktienmarktes von neun Prozent pro Jahr vor Kosten und Steuern. Anschließend werden sämtliche Kosten und weitere Renditeeinflüsse berücksichtigt, um die voraussichtliche tatsächliche Kundenrendite zu berechnen.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie unsere finanzmathematische Prüfung funktioniert, finden Sie unter diesem Artikel einen separaten Blogbeitrag, der die Berechnungsmethode ausführlich erläutert.

Kosten im Vertrag

Nachdem die zu erwartende Rendite betrachtet wurde, geht es im nächsten Schritt darum, sämtliche Kosten zu analysieren, die den Anlageerfolg beeinflussen. Dazu gehören sowohl die Gebühren des Versicherers als auch die Kosten der gewählten Fondsanlage. Diese werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten direkt dem Vertragsguthaben entnommen.

Darüber hinaus existieren weitere Faktoren, die zwar keine klassischen Kosten darstellen, die Rendite jedoch ebenfalls spürbar reduzieren. Auch diese müssen in einer vollständigen finanzmathematischen Bewertung berücksichtigt werden, da sie sich unmittelbar auf die Entwicklung Ihres Kapitals auswirken.

Zusammenfassung der Kosten:

  • Kosten der Canada Life Generation Private Plus: 16.997,64 Euro
  • Kosten der Kapitalanlage: 107.732,56 Euro

(In diesem Betrag sind sowohl die Fondskosten als auch weitere renditemindernde Einflussfaktoren enthalten.)

Die verschiedenen Kostenarten des Versicherers während der Beitragsphase lassen sich der entsprechenden Vertragsgrafik entnehmen. Im Rahmen unserer Analyse berücksichtigen wir dabei folgende Kostenarten:

(Auszug aus dem uns vorgelegten Vertragsangebot der Canada Life Generation Private Plus, in dem wir die recherchierten Kosten in Rot ergänzt haben.)

Alpha-Kosten

Bei den Alpha-Kosten handelt es sich um die Abschluss- und Vertriebskosten des Vertrags. Diese werden in der Regel über einen Zeitraum von fünf Jahren beziehungsweise 60 Monaten dem Vertragsguthaben entnommen. Je nach Vertriebsweg fließen diese Kosten häufig vollständig als Provision an den jeweiligen Vermittler.

Grundlage für die Berechnung ist die sogenannte Bewertungssumme. Sie ergibt sich aus dem Jahresbeitrag multipliziert mit der Dauer der Beitragszahlung sowie gegebenenfalls einer anfänglichen Einmalzahlung. Bei sehr langen Vertragslaufzeiten begrenzen viele Versicherer die Berechnungsdauer auf 30 bis 50 Jahre.

Steigen die Beiträge im Laufe der Vertragslaufzeit – beispielsweise durch eine vereinbarte Dynamik oder eine Beitragserhöhung –, erhöht sich auch die Bewertungssumme. Für den zusätzlichen Beitrag werden erneut Abschluss- und Vertriebskosten berechnet, da angenommen wird, dass dieser Betrag bis zum Vertragsende eingezahlt wird.

Auch spätere Zuzahlungen lösen in der Regel erneut Alpha-Kosten aus, ähnlich wie bei einer einmaligen Einzahlung.

Werden die Beiträge innerhalb der Tilgungszeit reduziert oder der Vertrag beitragsfrei gestellt, entfallen die noch nicht berechneten Abschlusskosten. Bereits abgerechnete Kosten werden jedoch nicht erstattet. Nach Ablauf der Tilgungsphase ist eine Reduzierung ohnehin nicht mehr möglich, da sämtliche Abschlusskosten bereits vollständig verrechnet wurden.

Für das vorliegende Angebot der Canada Life Generation Private Plus haben wir eine Bewertungssumme von 133.200,00 Euro sowie Alpha-Kosten von 4,75 Prozent ermittelt.

Berechnung:

300 Euro × 12 Monate = 3.600 Euro Jahresbeitrag

3.600 Euro × 37 Jahre = 133.200,00 Euro Bewertungssumme

133.200,00 Euro × 4,75 %

= 6.327,00 Euro Alpha-Kosten, verteilt auf 60 Monate.

(Ohne Berücksichtigung zukünftiger Beitragsänderungen oder Zuzahlungen.)

Beta-Kosten

Die Beta-Kosten zählen zu den laufenden Verwaltungskosten des Vertrags. Sie werden unmittelbar nach jeder Beitragszahlung vom Vertragsguthaben abgezogen und richten sich nach der Höhe der eingezahlten Beiträge.

Viele Versicherer unterscheiden dabei zwischen laufenden Beiträgen, Einmalzahlungen und späteren Zuzahlungen. Häufig kommen zudem Staffelmodelle zum Einsatz, wodurch sich die Beta-Kosten im Laufe der Vertragsdauer verändern.

Werden Beiträge reduziert oder der Vertrag beitragsfrei gestellt, sinken die Beta-Kosten grundsätzlich ab diesem Zeitpunkt. Nachteilig kann jedoch sein, dass in den ersten Vertragsjahren oftmals deutlich höhere Verwaltungskosten berechnet werden. Wird der Vertrag frühzeitig angepasst oder beendet, profitieren Kunden häufig nur eingeschränkt von später sinkenden Kostensätzen.

Einige Versicherer reduzieren diese Kosten zusätzlich durch Überschussbeteiligungen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Überschüsse jedes Jahr neu festgelegt werden und nicht garantiert sind. Sie können daher jederzeit sinken oder vollständig entfallen.

Im vorliegenden Vertragsangebot haben wir folgende Beta-Kosten ermittelt:

Während der ersten zehn Jahre werden bei einem Monatsbeitrag von 300 Euro 16,40 Prozent berechnet.

Berechnung:

300 Euro × 16,40 %

= 49,20 Euro pro Monat

49,20 Euro × 12 Monate × 10 Jahre

= 5.904,00 Euro

Ab dem elften Vertragsjahr reduziert sich der Kostensatz auf 2,62 Prozent.

Berechnung:

300 Euro × 2,62 %

= 7,86 Euro pro Monat

7,86 Euro × 12 Monate × 27 Jahre

= 2.546,64 Euro

Damit ergeben sich über die gesamte Vertragslaufzeit Beta-Kosten in Höhe von insgesamt 8.450,64 Euro.

(Ohne Berücksichtigung zukünftiger Beitragsänderungen oder Zuzahlungen.)

Gamma-Kosten

Gamma-Kosten sind ebenfalls Verwaltungskosten. Sie werden prozentual auf das jeweils vorhandene Vertragsguthaben berechnet und gehören insbesondere bei langen Laufzeiten häufig zu den größten Kostenpositionen eines Versicherungsvertrags.

In den meisten Fällen werden diese Gebühren jährlich direkt aus dem Vertragsvermögen entnommen. Einige Versicherer rechnen jedoch monatlich ab, weshalb der jeweilige Abrechnungsrhythmus genau geprüft werden sollte.

Da das Vertragsguthaben durch laufende Beiträge, mögliche Dynamiken, Zuzahlungen und Wertsteigerungen kontinuierlich wächst, steigt auch die Berechnungsgrundlage für diese Kosten. Dadurch können Gamma-Kosten im Laufe der Jahre erheblich ansteigen.

Teilweise unterscheiden Versicherer zudem zwischen verschiedenen Beitragsarten und berechnen dafür unterschiedliche Gamma-Kostensätze.

Im vorliegenden Vertragsangebot der Canada Life Generation Private Plus konnten wir keine Gamma-Kosten feststellen.

Kappa-Kosten

Auch die Kappa-Kosten gehören zu den Verwaltungskosten eines Versicherungsvertrags. Häufig werden sie als sogenannte Stückkosten bezeichnet.

Im Gegensatz zu den Gamma-Kosten handelt es sich hierbei um einen festen jährlichen Betrag, der unabhängig von Beitragshöhe oder Vertragsguthaben erhoben wird. Nicht jeder Versicherer berechnet diese Kostenart.

Für den geprüften Vertrag konnten wir jährliche Kappa-Kosten von 60,00 Euro feststellen.

Berechnung:

60,00 Euro × 37 Jahre

= 2.220,00 Euro Kappa-Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit.

(Auszug aus den wesentlichen Anlegerinformationen des DWS INVEST ESG EQUITY INCOME)

Neben den Kosten des Versicherungsvertrags spielen auch die Gebühren der gewählten Kapitalanlage eine wichtige Rolle. Diese lassen sich den „Wesentlichen Anlegerinformationen“ des Fonds entnehmen. Dabei wird grundsätzlich zwischen verschiedenen Kostenarten unterschieden.

Ausgabeaufschläge und Rücknahmeabschläge

Ausgabeaufschläge und Rücknahmeabschläge fallen einmalig beim Kauf beziehungsweise Verkauf von Fondsanteilen an. Häufig dienen sie als Vergütung für Banken oder Anlageberater. Je nach Produkt werden diese Kosten entweder direkt von der Anlagesumme abgezogen oder separat in Rechnung gestellt.

Die tatsächliche Kostenbelastung kann dabei von der jeweiligen Berechnungsmethode abhängen. Zwar werden Ausgabeaufschläge in manchen Fällen reduziert oder vollständig erlassen, allerdings gehen solche Vergünstigungen häufig mit höheren laufenden Fondskosten einher. Gerade bei langfristigen Geldanlagen können diese dauerhaft höheren Gebühren den anfänglichen Preisvorteil deutlich übersteigen.

Bei den meisten fondsgebundenen Rentenversicherungen fallen Ausgabeaufschläge oder Rücknahmeabschläge jedoch nicht an und müssen deshalb in der Berechnung nicht berücksichtigt werden.

Laufende Kosten

Die laufenden Fondskosten werden direkt von der Kapitalverwaltungsgesellschaft aus dem Fondsvermögen entnommen. Änderungen dieser Kosten sind grundsätzlich möglich und können ohne Ihre Zustimmung vorgenommen werden.

Über Anpassungen werden Anleger in der Regel nicht aktiv informiert. Stattdessen lassen sich die tatsächlichen Kosten erst nach Ablauf des jeweiligen Geschäftsjahres den veröffentlichten Fondsinformationen entnehmen.

Ähnlich wie bei den Gamma-Kosten steigt auch hier die Berechnungsgrundlage im Laufe der Zeit kontinuierlich an. Laufende Beiträge, mögliche Dynamiken, zusätzliche Einzahlungen sowie Wertsteigerungen führen dazu, dass das Fondsvermögen wächst. Da die Gebühren prozentual auf dieses Vermögen berechnet werden, erhöht sich häufig auch die absolute Kostenbelastung.

Für den im Vertragsangebot hinterlegten DWS Invest ESG Equity Income weisen die wesentlichen Anlegerinformationen laufende Kosten von 0,83 Prozent pro Jahr aus. Diese werden auf das jeweils vorhandene Fondsguthaben berechnet.

Da sich die Entwicklung des Fonds nicht zuverlässig vorhersagen lässt, können auch die tatsächlichen Fondskosten der kommenden Jahre nicht exakt bestimmt werden. Im Rahmen unserer finanzmathematischen Analyse unterstellen wir daher eine gleichbleibende Fondsentwicklung sowie unveränderte laufende Kosten.

Neben den unmittelbar berechneten Gebühren existieren weitere Einflussgrößen, die sich negativ auf die Rendite auswirken. Obwohl diese keine klassischen Kosten darstellen, beeinflussen sie den langfristigen Vermögensaufbau und sollten deshalb bei einer objektiven Bewertung ebenfalls berücksichtigt werden.

Die Höhe dieser Faktoren hängt maßgeblich von der gewählten Anlagestrategie ab. Aus Gründen der Übersicht ordnen wir sie den Kosten der Kapitalanlage zu.

Wie auch die laufenden Fondskosten werden diese Einflussfaktoren prozentual berücksichtigt. Ihre zukünftige Entwicklung lässt sich nicht exakt prognostizieren, allerdings zeigen zahlreiche wissenschaftliche Studien, dass sie langfristig einen messbaren Einfluss auf die Wertentwicklung einer Geldanlage haben.

Für das geprüfte Vertragsangebot der Canada Life Generation Private Plus sowie die darin enthaltene Anlagestrategie haben wir folgende renditemindernde Faktoren angesetzt:

– Opportunitätskosten durch mögliche Abweichungen von einer wissenschaftlich evidenzbasierten Anlagestrategie: durchschnittlich 0,70 Prozent Renditeminderung pro Jahr
– Transaktionskosten: durchschnittlich 0,50 Prozent Renditeminderung pro Jahr
– Cash-Lock-Effekt aufgrund der gewählten Anlagestrategie: durchschnittlich 0,42 Prozent Renditeminderung pro Jahr

Zu diesen sowie weiteren Einflussfaktoren haben wir einen ausführlichen separaten Blogartikel erstellt. Den entsprechenden Link finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Die in den Literaturangaben aufgeführte Studie zeigt anschaulich die Unterschiede zwischen einem klassischen aktiven Fondsmanagement und einem wissenschaftlich evidenzbasierten Investmentansatz.

Das Ergebnis unserer Prüfung zur Canada Life Generation Private Plus

Mithilfe unserer finanzmathematischen Software haben wir ein Gutachten erstellt, das sämtliche Kosten und Einflussfaktoren über die komplette Vertragslaufzeit transparent in Euro darstellt.

Gebühren und weitere renditemindernde Faktoren wirken sich unmittelbar auf die Rendite Ihres investierten Kapitals aus. In den oftmals sehr umfangreichen Angebots- und Vertragsunterlagen sind diese Belastungen jedoch häufig nur schwer oder gar nicht zu erkennen.

Die Ergebnisse unseres Gutachtens stellen deshalb alle wesentlichen Kennzahlen übersichtlich dar.

  • (1) Gesamtsumme aller eingezahlten Beiträge über die Vertragslaufzeit von 37 Jahren.
    (300 Euro × 12 Monate × 37 Jahre)
  • (2) Gesamtkosten der Kapitalanlage einschließlich der Fondskosten sowie weiterer renditemindernden Einflussfaktoren.
  • (3) Gesamtkosten der Canada Life, die während der Vertragslaufzeit unmittelbar dem Vertragsguthaben entnommen werden.
  • (4) Gesamte finanzielle Belastung des Vertrags über die komplette Laufzeit in Euro.
  • (5) Voraussichtliche Brutto-Kapitalauszahlung zum Ende der Vertragslaufzeit.
  • (6) Voraussichtliche Netto-Kapitalauszahlung nach Berücksichtigung der Steuern.
  • (7) Voraussichtliche monatliche Bruttorente nach 37 Jahren Beitragszahlung.

(Ergebnisseite aus unserem finanzmathematischen Gutachten)

Während der gesamten Vertragslaufzeit werden insgesamt 133.200,00 Euro eingezahlt.

Die aus den Vertragsunterlagen ermittelten Kosten der Canada Life belaufen sich auf 16.997,64 Euro. Hinzu kommen 107.732,56 Euro an Kosten und weiteren renditemindernden Faktoren der Kapitalanlage.

Das prognostizierte Vertragsguthaben zum Laufzeitende beträgt 363.937,50 Euro. Wird dieses Kapital vollständig ausgezahlt, fällt darauf eine Steuerbelastung an. Nach unseren Berechnungen ergibt sich eine einmalige Steuerzahlung von 27.758,38 Euro, sodass eine voraussichtliche Nettoauszahlung von 336.179,12 Euro verbleibt.

Alternativ besteht die Möglichkeit, anstelle der Kapitalauszahlung eine lebenslange Rente zu beziehen.

Die Höhe der späteren Rente richtet sich nach dem vorhandenen Vertragsguthaben zum Rentenbeginn sowie mindestens nach dem garantierten Rentenfaktor. Da Überschussrenten in den vergangenen Jahren von vielen Versicherern mehrfach reduziert wurden, kalkulieren wir ausschließlich mit dem garantierten Rentenfaktor.

Für den geplanten Rentenbeginn beträgt dieser 20,37 Euro je 10.000 Euro Vertragsguthaben.

Berechnung:

363.937,50 Euro ÷ 10.000 × 20,37 Euro

= 741,34 Euro monatliche Bruttorente

Unser Fazit zur Canada Life Generation Private Plus

Auf den ersten Blick wirkt das Ergebnis durchaus überzeugend: Bei einer monatlichen Einzahlung von 300 Euro ergibt sich eine lebenslange Bruttorente von 741,34 Euro. Auch die Gegenüberstellung der eingezahlten 133.200,00 Euro und der prognostizierten Nettokapitalauszahlung von 336.179,12 Euro vermittelt zunächst einen positiven Eindruck.

Bei einer genaueren Betrachtung zeigt sich jedoch, dass einige wichtige Aspekte berücksichtigt werden sollten.

Entscheiden Sie sich mit 67 Jahren für die lebenslange Rentenzahlung in Höhe von 741,34 Euro brutto pro Monat anstelle der einmaligen Kapitalauszahlung von 363.937,50 Euro brutto, dauert es rund 490 Monate, bis die ausgezahlte Gesamtrente den Wert der Einmalzahlung erreicht. Das entspricht einer Bezugsdauer von etwas mehr als 41 Jahren. Rein rechnerisch müssten Sie also mindestens 108 Jahre alt werden, damit sich die Rentenoption finanziell gegenüber der Kapitalauszahlung lohnt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Inflation. Bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von rund zwei Prozent pro Jahr sinkt die Kaufkraft einer späteren Rentenzahlung erheblich. Die heute prognostizierte monatliche Bruttorente von 741,34 Euro entspricht nach 37 Jahren nur noch einer Kaufkraft von etwa 356,30 Euro.

Auch bei einer einmaligen Kapitalauszahlung bleibt dieser Effekt nicht aus. Zwar erhalten Sie nach Steuern voraussichtlich 336.179,12 Euro, die tatsächliche Kaufkraft dieses Betrags reduziert sich bei einer unterstellten Inflationsrate von zwei Prozent jährlich jedoch auf rund 161.571,36 Euro.

Vergleicht man diese inflationsbereinigte Kaufkraft mit den insgesamt eingezahlten 133.200,00 Euro, wird deutlich, dass zwar ein Vermögenszuwachs erzielt wurde und die Inflation rechnerisch ausgeglichen werden konnte. Ein besonders hoher realer Mehrertrag bleibt jedoch aus.

Selbstverständlich kann die Canada Life die Auswirkungen der Inflation nicht verhindern. Dieser Effekt betrifft grundsätzlich jede langfristige Geldanlage und sollte deshalb bei jeder Vorsorgeplanung berücksichtigt werden.

Besonders auffällig ist in diesem Beispiel jedoch die gesamte Belastung aus Kosten und weiteren renditemindernden Faktoren. Nach unseren Berechnungen summieren sich diese auf 124.730,20 Euro. Im Verhältnis zum investierten Kapital stellt dies eine sehr hohe Gesamtbelastung dar.

Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass sich sowohl die Vertragskosten als auch die Belastungen innerhalb der Kapitalanlage häufig deutlich reduzieren oder sogar vermeiden lassen. Bei identischer monatlicher Sparrate kann dies langfristig zu einem wesentlich höheren Endkapital führen.

Individuelle Vertragsprüfung für Sie

Die Wirtschaftlichkeit einer Rentenversicherung hängt von einer Vielzahl individueller Faktoren ab. Deshalb lässt sich die Qualität eines Vertrags niemals allein anhand des Tarifnamens beurteilen.

Wenn Sie bereits eine Canada Life Generation Private Plus abgeschlossen haben oder Ihnen ein vergleichbares Angebot vorliegt und Sie wissen möchten, ob dieser Vertrag zu Ihren persönlichen Zielen passt, unterstützen wir Sie gerne im Rahmen eines kostenfreien Erstgesprächs.

Gemeinsam analysieren wir Ihr bestehendes Angebot oder Ihren Vertrag, erläutern die einzelnen Bestandteile verständlich und prüfen, ob die gewählte Lösung zu Ihrer finanziellen Situation und Ihren langfristigen Zielen passt. Gleichzeitig zeigen wir Ihnen auf, welche Alternativen gegebenenfalls in Betracht kommen.

Nutzen Sie die Möglichkeit einer unverbindlichen Vertragsprüfung und erhalten Sie eine professionelle sowie unabhängige Einschätzung durch einen Experten aus unserem Team.

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Literatur

Allgemeine Grundlagen für unsere Vertragsprüfungen:
Video: https://www.youtube.com/watch?v=jgGB6owAtfs&t=0s
Blogartikel: https://tappeconsulting.de/allgemeine-grundlagen-fur-unsere-vertragsprufungen/

Institut für Vermögensaufbau (IVA) AG (Dezember 2020): Evidenzbasiertes Investieren vs. Konventionelles Asset Management – Portfoliokonstruktion auf Basis der aktuellen Kapitalmarktforschung: Evidenzbasiertes Investieren vs. Konventionelles Asset Management

Mark Ortmann (2010): Versicherungswissenschaftliche Studien – Kostenvergleich von Altersvorsorgeprodukten

Michael Ritzau (2016): Die große Fondslüge – Falschberaten von Finanztest, Sparkassen, Banken & Co.

Andreas Hackethal and Simon Kaesler (March 2013): The Dark Side of ETFs and Index Funds

Dr. Gerd Kommer (März 2018): Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen

Petersmann Institut (2017): III. Studie Transaktionskosten in Fonds
Institut für Vermögensaufbau (IVA) AG (Dezember 2017): Gesamtkosten von ETF – Studie zur Total Cost of Ownership (TCO) von Exchange Traded Funds in Deutschland und der Schweiz

The Dark Side of ETFs and Index Funds – März 2013: https://tappeconsulting.de/wp-content/uploads/2021/08/the-dark-side-of-etfs-and-index-funds-maerz-2013.pdf

Studie zur total cost of ownership: https://tappeconsulting.de/wp-content/uploads/2021/08/studie-zur-total-cost-of-ownership.pdf

Studie III-Transaktionskosten in Fonds Petersmann I.: https://tappeconsulting.de/wp-content/uploads/2021/08/Studie-III-Transaktionskosten-in-Fonds-Petersmann-I..pdf

Problem Mensch Darkside of ETF – Das Investment Punkt: https://tappeconsulting.de/wp-content/uploads/2021/08/problem-mensch-darkside-of-etf-das-investment-punkt-com.pdf

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