Lohnt sich die DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance?

Der DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance im Test – Wie gut ist diese Rentenversicherung wirklich?
Eine private Rentenversicherung soll den Lebensstandard im Alter sichern. Doch ob ein Vertrag dieses Ziel tatsächlich erreicht, hängt nicht vom Namen des Versicherers ab, sondern von vielen einzelnen Faktoren. Entscheidend sind unter anderem die langfristige Rendite, die Gesamtkosten, die gewählte Kapitalanlage und die spätere Rentenleistung.
In diesem Beitrag nehmen wir die DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance anhand eines konkreten Vertragsangebots unter die Lupe. Wir analysieren die Kosten, berechnen die voraussichtliche Auszahlung und zeigen transparent auf, welche Ergebnisse sich über die gesamte Laufzeit ergeben.

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Das Wichtigste in Kürze

Die Vertragskosten der DBV/AXA betragen 23.143,91 Euro

Die Gesamtkosten der Kapitalanlage einschließlich weiterer renditemindernder Faktoren liegen bei 56.512,65 Euro

Die lebenslange Rentenzahlung rechnet sich rechnerisch erst ab einem Alter von über 101 Jahren

Nach einer Vertragslaufzeit von 37 Jahren verbleibt ein Gewinn von lediglich 1.160,95 Euro

Unsere Empfehlung lautet, jede Rentenversicherung individuell prüfen zu lassen

Schauen Sie sich das Video an oder lesen Sie den folgenden Blogartikel.

Einleitung in die Vertragsprüfung

Wie sinnvoll ist die DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance?

Viele Verbraucher verlassen sich bei der Altersvorsorge auf den guten Ruf eines Versicherers oder auf die Empfehlung ihres Beraters. Ob ein Vertrag tatsächlich wirtschaftlich sinnvoll ist, zeigt sich jedoch erst, wenn sämtliche Kosten und die langfristige Rendite gemeinsam betrachtet werden.

Aus diesem Grund haben wir das uns vorliegende Vertragsangebot Schritt für Schritt analysiert. Ziel unserer Prüfung ist es, die einzelnen Bestandteile nachvollziehbar aufzubereiten und transparent darzustellen, welche finanziellen Auswirkungen sich über die gesamte Vertragslaufzeit ergeben können.

Wichtig ist dabei: Die Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf das hier untersuchte Angebot. Bereits kleine Unterschiede bei Beitragshöhe, Laufzeit, Fonds oder Dynamik können dazu führen, dass sich das Ergebnis eines anderen Vertrags deutlich unterscheidet.

Unser Anspruch ist eine objektive und nachvollziehbare Bewertung. Wir möchten weder den Tarif noch den Versicherer pauschal bewerten, sondern anhand konkreter Zahlen aufzeigen, wie sich der Vertrag langfristig entwickeln kann.

Wenn Sie bereits eine DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance abgeschlossen haben oder Ihnen ein ähnliches Angebot vorliegt, unterstützen wir Sie gerne mit einer individuellen Vertragsprüfung.

Bevor wir das Angebot der DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance im Detail analysieren, lohnt sich zunächst ein Blick auf die grundlegenden Kriterien, die eine leistungsstarke Altersvorsorge ausmachen.

Rendite:
Eine Altersvorsorge sollte langfristig eine möglichst hohe und realistisch erzielbare Rendite erwirtschaften. Sie bildet die Grundlage für einen erfolgreichen Vermögensaufbau.

Kosten:
Jede Form von Kosten mindert den Anlageerfolg. Deshalb sollten sämtliche Gebühren möglichst gering ausfallen, damit ein größerer Teil der Rendite tatsächlich bei Ihnen ankommt.

Weitere renditemindernde Einflussfaktoren:
Neben den offensichtlichen Kosten gibt es – abhängig von der jeweiligen Anlageform – weitere Faktoren, die sich negativ auf die Wertentwicklung auswirken können. Diese sollten von Anfang an bekannt sein und in die Bewertung einfließen.

Steuern:
Eine steuerlich sinnvolle Gestaltung kann den Vermögensaufbau deutlich verbessern. Wer die gesetzlichen Möglichkeiten optimal nutzt, profitiert langfristig von einem stärkeren Zinseszinseffekt.

Inflation:
Auch die Inflation spielt eine entscheidende Rolle. Sie verringert die Kaufkraft Ihres Vermögens und sollte deshalb bei jeder langfristigen Finanzplanung berücksichtigt werden.

Wenn Sie diese wesentlichen Punkte beachten, erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass Ihr investiertes Kapital langfristig tatsächlich wächst.

Stammdaten der Vertragsprüfung
  • Einmaliger Anlagebetrag: 0 Euro
  • Monatsbeitrag: 200,00 Euro
  • Beitragszahldauer (Jahre): 37
  • Dynamik: keine
  • Eintrittsalter: 30
  • Rentenbeginn: 67
  • Eingezahltes Gesamtkapital: 88.800,00 Euro

Dem uns vorliegendem Angebot entnehmen wir einen monatlichen Beitrag von 200 Euro ohne einen anfänglichen Anlagebetrag. Die angenommene Beitragszahldauer erstreckt sich über die gesamte Vertragslaufzeit von 37 Jahren. Eine dynamische Beitragsanpassung ist nicht gewünscht. Das Alter des Versicherungsnehmers bei Vertragsbeginn beträgt 30 Jahre und der Renteneintritt ist mit 67 Jahren geplant. Bei gleichbleibender Beitragszahlung über die gesamte Vertragslaufzeit werden somit 88.800,00 Euro investiert. Zuzahlungen während der Vertragslaufzeit sowie Beitragsänderungen sind nicht berücksichtigt.

Um beurteilen zu können, ob sich ein solcher Vertrag tatsächlich lohnt, muss zunächst die langfristig realistisch zu erwartende Durchschnittsrendite vor Kosten und Steuern ermittelt werden.

Die Entwicklung einzelner Wertpapiere wie zum Beispiel Aktien oder auch Fonds sind nicht vorhersehbar. Um eine professionelle Bewertung einer Anlage darstellen zu können, ist es daher wichtig, noch eine Ebene tiefer zu blicken. Das bedeutet, dass zunächst geprüft werden muss, auf welche Renditequellen die Anlage zurückgreift, also in welche Assetklassen (sogenannte Anlageklassen) eine Geldanlage investiert.

Stoßen wir dabei zum Beispiel auf eine Anlage mit einem hundertprozentigen Aktienanteil, verwenden wir die langfristig zu erwartende Rendite des Aktienmarktes von durchschnittlich neun Prozent pro Jahr.

Über diese “Marktrenditen” in den verschiedenen Anlageklassen gibt es zahlreiche wissenschaftliche Forschungsarbeiten, auf welche wir zurückgreifen. Einschlägige Literaturnachweise finden Sie am Ende dieses Artikels.

Ausgehend von der Marktrendite, also der langfristig auch für die Zukunft anzunehmenden Entwicklung, werden anschließend die verschiedenen Kostenarten (wie zum Beispiel Vertragskosten und Fondskosten, der/des jeweils verwendeten Fonds) und die weiteren renditemindernden Faktoren abgezogen, um somit eine realistisch zu erwartende Kundenrendite zu ermitteln.

In den uns vorliegenden Angebotsunterlagen zur DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance ist ersichtlich, dass 100 Prozent der Beiträge in den Morgan Stanley Investment Funds – Global Brands Fund ZH fließen. Bei diesem Fonds handelt es sich um einen Aktienfonds mit einem Aktienanteil von fast 100 Prozent. Wir kalkulieren daher mit einer Wertentwicklung des Welt-Aktienmarktes von 9 Prozent pro Jahr – vor Kosten und Steuern (Marktrendite). Davon ausgehend sind die verschiedenen renditemindernden Faktoren abzuziehen, um eine realistische durchschnittliche Kundenrendite zu ermitteln.

Wenn Sie noch mehr über die Grundlagen einer finanzmathematischen Prüfung erfahren möchten, finden Sie unter diesem Artikel einen Link zu einem separaten Blogartikel, der ausschließlich dieses Thema behandelt.

Die wichtigsten Vertragsdaten im Überblick

Nachdem wir die zu erwartende Marktrendite als Grundlage festgelegt haben, stellt sich die nächste entscheidende Frage: Welche Kosten fallen während der gesamten Vertragslaufzeit tatsächlich an?

Viele dieser Gebühren sind in den Vertragsunterlagen zwar aufgeführt, ihre langfristigen Auswirkungen bleiben jedoch häufig verborgen. Erst wenn sämtliche Kostenarten zusammen betrachtet werden, lässt sich beurteilen, welchen Einfluss sie auf den Vermögensaufbau haben.
Neben den klassischen Versicherungs- und Fondskosten berücksichtigen wir außerdem weitere Faktoren, die zwar nicht unmittelbar vom Vertragsguthaben abgezogen werden, die langfristige Rendite jedoch ebenfalls mindern. Für eine realistische Bewertung des Vertrags müssen daher alle diese Einflussgrößen gemeinsam betrachtet werden.

Kostenübersicht

Kosten der DBV/AXA: 23.143,91 Euro
Kosten der Kapitalanlage: 56.512,65 Euro

(Dieser Betrag umfasst sowohl die laufenden Fondskosten als auch weitere renditemindernde Einflussfaktoren.)

Für unsere Analyse unterscheiden wir die einzelnen Kostenarten, damit nachvollziehbar wird, wann und wodurch sie entstehen.

(Auszug aus dem geprüften Vertragsangebot der DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance. Die von uns ermittelten Kostenpositionen wurden zur besseren Übersicht hervorgehoben.)

Alpha-Kosten

Zu den Alpha-Kosten gehören die Abschluss- und Vertriebskosten des Vertrags. Üblicherweise werden diese nicht sofort vollständig berechnet, sondern über einen Zeitraum von fünf Jahren beziehungsweise 60 Monaten schrittweise dem Vertragsguthaben entnommen. Je nach Vertriebsmodell fließen diese Beträge ganz oder teilweise als Vergütung an den Vermittler.

Die Grundlage für die Berechnung bildet die sogenannte Bewertungssumme. Diese ergibt sich aus dem jährlichen Beitrag, multipliziert mit der vereinbarten Beitragszahlungsdauer. Wurde zusätzlich eine Einmalzahlung vereinbart, fließt diese ebenfalls in die Berechnung ein. Bei sehr langen Laufzeiten begrenzen viele Versicherer die Anzahl der berücksichtigten Jahre auf 30 bis 50 Jahre.

Erhöhen sich die Beiträge während der Vertragslaufzeit – etwa durch eine Dynamik oder eine freiwillige Beitragserhöhung –, steigt auch die Bewertungssumme. Für den zusätzlichen Beitrag werden erneut Abschluss- und Vertriebskosten berechnet, da dieser bis zum Vertragsende investiert werden soll.

Auch spätere Sonderzahlungen lösen in den meisten Tarifen erneut Alpha-Kosten aus.

Wird der Vertrag während der Tilgungsphase beitragsfrei gestellt oder der Beitrag reduziert, entfallen lediglich die noch nicht berechneten Abschlusskosten. Bereits belastete Kosten werden dagegen nicht erstattet. Nach Ablauf der Tilgungsphase sind sämtliche Alpha-Kosten vollständig verrechnet.

Für das geprüfte Angebot der DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance ergibt sich folgende Berechnung:

Bewertungssumme: 88.800,00 Euro

Alpha-Kosten: 2,5 Prozent


Berechnung:

200 Euro × 12 Monate = 2.400 Euro Jahresbeitrag

2.400 Euro × 37 Jahre = 88.800,00 Euro Bewertungssumme

88.800,00 Euro × 2,5 %

= 2.220,00 Euro Alpha-Kosten, verteilt auf 60 Monate.

(Ohne Berücksichtigung späterer Beitragsänderungen oder Zuzahlungen.)

Beta-Kosten

Neben den Abschlusskosten entstehen während der Vertragslaufzeit laufende Verwaltungskosten. Ein Teil davon sind die sogenannten Beta-Kosten. Sie werden unmittelbar nach jeder Beitragszahlung vom Vertragsguthaben abgezogen und orientieren sich an der Höhe des eingezahlten Beitrags.

Je nach Versicherer unterscheiden sich die Berechnungsmodelle. Teilweise gelten unterschiedliche Kostensätze für laufende Beiträge, Einmalzahlungen oder spätere Zuzahlungen. Manche Tarife arbeiten außerdem mit Staffelungen, wodurch sich die Höhe der Beta-Kosten im Laufe der Jahre verändert.

Wird der Vertrag später beitragsfrei gestellt oder der Beitrag reduziert, sinken diese Kosten grundsätzlich ebenfalls. Problematisch kann allerdings sein, dass viele Versicherer gerade zu Beginn der Laufzeit höhere Verwaltungskosten berechnen. Wer den Vertrag frühzeitig ändert oder beendet, profitiert deshalb häufig kaum von den später niedrigeren Kostensätzen.

Teilweise werden Beta-Kosten durch Überschussbeteiligungen reduziert. Diese Überschüsse sind jedoch nicht garantiert und können vom Versicherer jederzeit angepasst oder vollständig gestrichen werden.

Für das vorliegende Vertragsangebot haben wir Beta-Kosten von 9,75 Prozent je Monatsbeitrag ermittelt.

Berechnung:

200 Euro × 9,75 %

= 19,50 Euro pro Monat

19,50 Euro × 12 Monate × 37 Jahre

= 8.658,00 Euro Beta-Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit.

(Ohne Berücksichtigung späterer Beitragsanpassungen oder Zuzahlungen.)

Gamma-Kosten

Die Gamma-Kosten gehören ebenfalls zu den Verwaltungskosten eines Versicherungsvertrags. Im Unterschied zu den Beta-Kosten werden sie nicht auf den Beitrag, sondern auf das vorhandene Vertragsguthaben berechnet.

Gerade bei langen Laufzeiten kann diese Kostenart erheblich ins Gewicht fallen. Mit jedem eingezahlten Beitrag wächst das Vertragsvermögen – und damit auch die Grundlage, auf der die Gamma-Kosten berechnet werden.

In den meisten Tarifen erfolgt die Belastung einmal jährlich direkt aus dem Vertragsguthaben. Einige Versicherer rechnen jedoch monatlich ab. Deshalb sollte immer geprüft werden, welcher Abrechnungsrhythmus im jeweiligen Vertrag gilt.

Für die DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance konnten wir jährliche Gamma-Kosten von 0,48 Prozent auf das jeweilige Vertragsguthaben feststellen.

Da sich die Wertentwicklung des Vertrags nicht exakt prognostizieren lässt, kann auch die endgültige Höhe dieser Kosten nur geschätzt werden. Auf Grundlage unserer finanzmathematischen Berechnung ergibt sich unter der Annahme einer gleichbleibenden Vertragsentwicklung folgender Wert:

12.265,91 Euro Gamma-Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit.

(Berechnung unter der Annahme unveränderter Überschussbeteiligungen sowie ohne spätere Beitragsänderungen oder Zuzahlungen.)

Kappa-Kosten

Kappa-Kosten sind feste Verwaltungskosten, die unabhängig vom Vertragsguthaben oder der Beitragshöhe erhoben werden. Häufig werden sie auch als Stückkosten bezeichnet.

Nicht jeder Versicherer sieht diese Kostenart vor.

Im geprüften Angebot der DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance konnten wir keine Kappa-Kosten feststellen.

(Auszug aus den wesentlichen Anlegerinformationen des Morgan Stanley Investment Funds – Global Brands Fund ZH)

Neben den Kosten des Versicherungsvertrags beeinflusst auch die gewählte Kapitalanlage maßgeblich das spätere Ergebnis. Welche Gebühren innerhalb des Fonds anfallen, lässt sich den „Wesentlichen Anlegerinformationen“ des jeweiligen Investmentfonds entnehmen.

Dabei wird zwischen einmaligen und laufenden Kosten unterschieden.

Ausgabeaufschläge und Rücknahmeabschläge

Einige Investmentfonds berechnen beim Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen einmalige Gebühren. Diese werden als Ausgabeaufschläge beziehungsweise Rücknahmeabschläge bezeichnet und dienen häufig der Vergütung von Banken oder Anlageberatern.

Je nach Produkt werden diese Kosten entweder direkt von der Anlagesumme einbehalten oder separat berechnet. Die tatsächliche Belastung kann dabei unterschiedlich hoch ausfallen, da verschiedene Berechnungsmethoden verwendet werden.

Zwar verzichten manche Anbieter ganz oder teilweise auf einen Ausgabeaufschlag. Häufig werden diese vermeintlichen Preisvorteile jedoch durch höhere laufende Fondskosten ausgeglichen. Gerade bei langfristigen Geldanlagen wirken sich dauerhaft höhere Verwaltungsgebühren meist deutlich stärker aus als ein einmaliger Rabatt zu Beginn.

Im vorliegenden Vertragsangebot entstehen für den verwendeten Fonds keine Ausgabeaufschläge oder Rücknahmeabschläge. Diese Kostenart bleibt deshalb bei unserer Berechnung unberücksichtigt.

Laufende Fondskosten

Während der gesamten Vertragslaufzeit fallen innerhalb des Fonds laufende Verwaltungskosten an. Diese werden nicht separat in Rechnung gestellt, sondern direkt dem Fondsvermögen entnommen. Für viele Anleger bleiben sie deshalb nahezu unsichtbar.

Hinzu kommt, dass Fondsgesellschaften diese Kosten anpassen können, ohne dass dafür die Zustimmung der Anleger erforderlich ist. Wer wissen möchte, wie hoch die tatsächlichen Kosten im vergangenen Jahr waren, muss diese Informationen selbst in den veröffentlichten Fondsunterlagen recherchieren.

Mit zunehmender Vertragslaufzeit gewinnt diese Kostenart an Bedeutung. Durch regelmäßige Einzahlungen und die Wertentwicklung wächst das Fondsvermögen kontinuierlich an. Da die Gebühren prozentual auf dieses Vermögen berechnet werden, steigt in vielen Fällen auch die absolute Kostenbelastung.

Für den im Vertrag ausgewählten Morgan Stanley Investment Funds – Global Brands Fund ZH weisen die Anlegerinformationen laufende Kosten von 0,88 Prozent pro Jahr aus.

Da niemand die zukünftige Entwicklung des Fonds zuverlässig vorhersagen kann, lassen sich auch die tatsächlich entstehenden Fondskosten nicht exakt bestimmen. Für unsere finanzmathematische Berechnung unterstellen wir deshalb eine gleichbleibende Wertentwicklung sowie unveränderte laufende Kosten.

Nicht jede Renditeminderung entsteht durch klassische Gebühren. Es gibt eine Reihe weiterer Einflussgrößen, die zwar nicht direkt vom Vertragsguthaben abgezogen werden, den langfristigen Vermögensaufbau jedoch ebenfalls spürbar beeinträchtigen können.

Diese Effekte hängen in erster Linie von der gewählten Anlagestrategie ab. Um die Gesamtkosten einer Geldanlage realistisch beurteilen zu können, beziehen wir sie deshalb in unsere Analyse ein und ordnen sie den Kosten der Kapitalanlage zu.

Ihre genaue Höhe lässt sich im Voraus nicht berechnen. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass diese Faktoren langfristig messbare Auswirkungen auf die erzielbare Rendite haben.

Für die DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance mit der gewählten Fondsanlage haben wir folgende durchschnittliche Renditeminderungen berücksichtigt:

Opportunitätskosten durch mögliche Abweichungen von einer wissenschaftlich fundierten Anlagestrategie: 0,70 Prozent pro Jahr
Transaktionskosten: durchschnittlich 0,50 Prozent pro Jahr
Cash-Lock-Effekt der gewählten Fondsstrategie: durchschnittlich 0,11 Prozent pro Jahr

Ausführliche Erläuterungen zu diesen Einflussfaktoren finden Sie in einem separaten Fachartikel, den wir am Ende dieses Beitrags verlinkt haben.

Eine wissenschaftliche Studie zum Unterschied zwischen klassischem aktivem Fondsmanagement und evidenzbasiertem Investieren finden Sie in den Literaturhinweisen.

Das Ergebnis unserer Vertragsanalyse

Die Kosten eines Altersvorsorgevertrags verteilen sich auf viele unterschiedliche Positionen. In den Vertragsunterlagen sind diese zwar grundsätzlich enthalten, ihre tatsächlichen Auswirkungen über mehrere Jahrzehnte bleiben jedoch oft schwer nachvollziehbar.

Aus diesem Grund erstellen wir für jedes geprüfte Angebot ein finanzmathematisches Gutachten. Darin werden sämtliche Kosten und renditemindernden Faktoren über die komplette Vertragslaufzeit in Euro dargestellt.

Unsere Auswertung enthält unter anderem folgende Kennzahlen:

  • (1) Gesamtsumme aller eingezahlten Beiträge über die Vertragslaufzeit von 37 Jahren.
    (200 Euro × 12 Monate × 37 Jahre)
  • (2) Die Gesamtkosten der Kapitalanlage einschließlich aller Fondskosten und weiterer Renditeeinflüsse.
  • (3) Sämtliche Vertragskosten der DBV/AXA, die während der Laufzeit direkt dem Vertragsguthaben entnommen werden.
  • (4) Die gesamte finanzielle Belastung des Vertrags über die komplette Laufzeit.
  • (5) Das prognostizierte Brutto-Endkapital zum Vertragsende.
  • (6) Die voraussichtliche Nettoauszahlung nach Berücksichtigung der Steuern.
  • (7) Die zu erwartende monatliche Bruttorente auf Basis des garantierten Rentenfaktors.

(Ergebnisseite aus unserem finanzmathematischen Gutachten)

Über die gesamte Vertragslaufzeit werden 88.800,00 Euro eingezahlt.

Die Vertragskosten der DBV/AXA summieren sich nach unserer Berechnung auf 23.143,91 Euro. Hinzu kommen 56.512,65 Euro, die durch Fondskosten sowie weitere renditemindernde Einflussfaktoren entstehen.

Zum Ende der Laufzeit ergibt sich ein prognostiziertes Vertragsguthaben von 187.180,41 Euro.

Entscheiden Sie sich für eine vollständige Kapitalauszahlung, fällt darauf eine Steuerbelastung an. Unter den von uns zugrunde gelegten Annahmen ergibt sich eine einmalige Steuerzahlung von 11.835,44 Euro, sodass eine voraussichtliche Nettoauszahlung von 175.344,97 Euro verbleibt.

Alternativ kann das vorhandene Vertragsguthaben in eine lebenslange Altersrente umgewandelt werden.

Die Höhe dieser Rente richtet sich nach dem Vertragsguthaben zum Rentenbeginn und mindestens nach dem garantierten Rentenfaktor. Da Überschussrenten in der Vergangenheit mehrfach reduziert wurden, kalkulieren wir ausschließlich mit dem garantierten Wert.

Dieser beträgt im vorliegenden Vertrag 24,34 Euro je 10.000 Euro Vertragsguthaben.

Berechnung:

175.344,97 Euro ÷ 10.000 × 24,34 Euro

= 426,79 Euro monatliche garantierte Bruttorente

Unser Fazit zur DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance

Wer ausschließlich auf die Hochrechnungen des Versicherers blickt, wird mit dem Ergebnis zunächst zufrieden sein. Aus einer monatlichen Sparrate von 200 Euro entsteht laut Berechnung eine lebenslange Bruttorente von rund 455,60 Euro. Auch die Gegenüberstellung der eingezahlten 88.800,00 Euro und der prognostizierten Nettokapitalauszahlung von 175.344,97 Euro wirkt auf den ersten Blick durchaus attraktiv.

Ein genauerer Blick auf die Zahlen zeichnet allerdings ein differenzierteres Bild.

Entscheiden Sie sich mit 67 Jahren gegen die einmalige Kapitalauszahlung und stattdessen für die lebenslange Rentenzahlung, dauert es rechnerisch rund 410 Monate, bis die Summe der ausgezahlten Renten den Wert der Kapitalauszahlung erreicht. Das entspricht einer Bezugsdauer von etwas mehr als 34 Jahren. Um finanziell besser zu stehen als mit der Einmalzahlung, müssten Sie also älter als 101 Jahre werden.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der bei langfristigen Prognosen häufig unterschätzt wird: die Inflation.

Bereits eine durchschnittliche Inflationsrate von zwei Prozent pro Jahr führt dazu, dass die Kaufkraft einer späteren Rentenzahlung deutlich sinkt. Die heute prognostizierte Bruttorente von 455,60 Euro hätte zum Rentenbeginn nach unserer Berechnung nur noch eine Kaufkraft von rund 218,97 Euro.

Dasselbe gilt für die Kapitalauszahlung. Zwar beträgt das erwartete Nettokapital nach Steuern 175.344,97 Euro, inflationsbereinigt entspricht dieser Betrag jedoch nur noch einer heutigen Kaufkraft von etwa 89.960,95 Euro.

Vergleicht man diesen Wert mit den insgesamt eingezahlten 88.800,00 Euro, zeigt sich, dass der Vertrag die Inflation zwar voraussichtlich ausgleichen kann. Ein nennenswerter realer Vermögenszuwachs bleibt nach unseren Berechnungen jedoch kaum übrig.

Selbstverständlich handelt es sich dabei nicht um ein Problem, das ausschließlich die DBV/AXA betrifft. Die Inflation wirkt sich auf nahezu jede Form der langfristigen Geldanlage aus und sollte deshalb grundsätzlich in jede Altersvorsorgeplanung einbezogen werden.

Besonders ins Gewicht fällt in diesem Vertragsangebot jedoch die gesamte Kostenbelastung. Über die komplette Laufzeit summieren sich die Versicherungs-, Fonds- und Opportunitätskosten nach unseren Berechnungen auf 79.656,56 Euro. Gemessen an der Höhe der eingezahlten Beiträge ist das eine erhebliche Belastung, die sich unmittelbar auf den langfristigen Vermögensaufbau auswirkt.

Aus unserer täglichen Beratungspraxis wissen wir, dass sich viele dieser Kosten durch eine andere Vertrags- oder Anlagelösung deutlich reduzieren lassen. Bereits vergleichsweise kleine Einsparungen können über mehrere Jahrzehnte einen spürbaren Unterschied beim späteren Vermögen ausmachen.

Individuelle Vertragsprüfung für Sie

Ob eine Rentenversicherung wirtschaftlich sinnvoll ist, lässt sich nie allein anhand des Tarifnamens beurteilen. Beitragshöhe, Laufzeit, Fonds, Kostenstruktur und persönliche Ziele beeinflussen das Ergebnis maßgeblich.

Wenn Sie bereits eine DBV/AXA Vorsorgeplan Relax PrivatRente Chance besitzen oder Ihnen ein entsprechendes Angebot vorliegt, prüfen wir Ihren Vertrag gerne im Rahmen eines kostenfreien Erstgesprächs.

Gemeinsam analysieren wir die Vertragsunterlagen, erläutern die einzelnen Kostenbestandteile verständlich und zeigen Ihnen, welche Auswirkungen diese auf Ihre Altersvorsorge haben können. Darüber hinaus prüfen wir, ob der Vertrag zu Ihren persönlichen Zielen passt oder ob alternative Lösungen wirtschaftlich sinnvoller sein könnten.

Nutzen Sie die Möglichkeit einer unverbindlichen Vertragsprüfung und erhalten Sie eine unabhängige Einschätzung durch einen Experten aus unserem Team.

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Literatur

Allgemeine Grundlagen für unsere Vertragsprüfungen:
Video: https://www.youtube.com/watch?v=jgGB6owAtfs&t=0s
Blogartikel: https://tappeconsulting.de/allgemeine-grundlagen-fur-unsere-vertragsprufungen/

Institut für Vermögensaufbau (IVA) AG (Dezember 2020): Evidenzbasiertes Investieren vs. Konventionelles Asset Management – Portfoliokonstruktion auf Basis der aktuellen Kapitalmarktforschung: Evidenzbasiertes Investieren vs. Konventionelles Asset Management

Mark Ortmann (2010): Versicherungswissenschaftliche Studien – Kostenvergleich von Altersvorsorgeprodukten

Michael Ritzau (2016): Die große Fondslüge – Falschberaten von Finanztest, Sparkassen, Banken & Co.

Andreas Hackethal and Simon Kaesler (March 2013): The Dark Side of ETFs and Index Funds

Dr. Gerd Kommer (März 2018): Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen

Petersmann Institut (2017): III. Studie Transaktionskosten in Fonds
Institut für Vermögensaufbau (IVA) AG (Dezember 2017): Gesamtkosten von ETF – Studie zur Total Cost of Ownership (TCO) von Exchange Traded Funds in Deutschland und der Schweiz

The Dark Side of ETFs and Index Funds – März 2013: https://tappeconsulting.de/wp-content/uploads/2021/08/the-dark-side-of-etfs-and-index-funds-maerz-2013.pdf

Studie zur total cost of ownership: https://tappeconsulting.de/wp-content/uploads/2021/08/studie-zur-total-cost-of-ownership.pdf

Studie III-Transaktionskosten in Fonds Petersmann I.: https://tappeconsulting.de/wp-content/uploads/2021/08/Studie-III-Transaktionskosten-in-Fonds-Petersmann-I..pdf

Problem Mensch Darkside of ETF – Das Investment Punkt: https://tappeconsulting.de/wp-content/uploads/2021/08/problem-mensch-darkside-of-etf-das-investment-punkt-com.pdf

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