Lohnt sich die Württembergische PrivatRente Genius Vorsorge Chance?

Die Württembergische PrivatRente Genius Vorsorge Chance im Test: Ist diese Rentenversicherung eine sinnvolle Altersvorsorge?
Ist die Württembergische PrivatRente Genius Vorsorge Chance eine geeignete Lösung für den langfristigen Vermögensaufbau? Welche Auszahlung können Sie zum Ende der Vertragslaufzeit erwarten? Und lohnt sich der Abschluss dieser Rentenversicherung tatsächlich? In diesem Beitrag analysieren wir den Vertrag, betrachten die anfallenden Kosten und teilen unsere Erfahrungen mit diesem Tarif.

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Das Wichtigste in Kürze

Die Kosten der Württembergischen belaufen sich auf 32.540,97 Euro

Die Gesamtbelastung der im Angebot enthaltenen Kapitalanlage beträgt 150.163,81 Euro

Die Rentenoption rechnet sich erst bei einer Lebenserwartung von über 101 Jahren

Nach einer Vertragslaufzeit von 38 Jahren ergibt sich ein Gewinn von lediglich 59.895,38 Euro

Wir empfehlen, jeden Vertrag individuell prüfen zu lassen

Schauen Sie sich das Video an oder lesen Sie den folgenden Blogartikel.

Einleitung in die Vertragsprüfung

Kann man sich auf die Württembergische PrivatRente Genius Vorsorge Chance verlassen?

Mit genau dieser Fragestellung kam ein Kunde auf uns zu und bat uns, sein persönliches Vertragsangebot genauer unter die Lupe zu nehmen.

Sollten auch Sie sich aktuell dieselbe Frage stellen, soll Ihnen dieser Blogartikel eine erste Orientierung bieten und die wichtigsten Zusammenhänge verständlich erläutern. Bitte beachten Sie jedoch, dass jede Vertragsprüfung auf den individuellen Vertragsdaten basiert. Daher können sich die Ergebnisse je nach Angebot oder bereits bestehendem Vertrag unterscheiden.

Unser Anliegen ist es nicht, den Versicherer oder den Tarif pauschal zu bewerten. Stattdessen analysieren wir ausschließlich das uns vorliegende Angebot objektiv, transparent und nachvollziehbar, damit Sie die einzelnen Bestandteile besser einordnen können.

Wenn Sie ebenfalls Ihr persönliches Angebot oder einen bestehenden Vertrag prüfen lassen möchten, können Sie sich jederzeit kostenfrei und unverbindlich an uns wenden.

Bevor wir die Württembergische PrivatRente Genius Vorsorge Chance im Detail betrachten, lohnt sich zunächst ein Blick auf die wichtigsten Merkmale, die eine langfristig erfolgreiche Altersvorsorge auszeichnen.

Rendite:
Ein entscheidender Faktor ist eine möglichst hohe und gleichzeitig realistisch erzielbare Rendite. Sie bildet die Grundlage für den langfristigen Vermögensaufbau.

Kosten:
Alle anfallenden Gebühren wirken sich unmittelbar auf die Rendite aus. Deshalb sollten die Gesamtkosten einer Altersvorsorge möglichst gering gehalten werden.

Weitere renditemindernde Einflussfaktoren:
Neben den offensichtlichen Kosten existieren – abhängig von der jeweiligen Anlagestrategie – weitere Faktoren, die den Anlageerfolg beeinträchtigen können. Diese sollten bei jeder Bewertung berücksichtigt werden.

Steuern:
Durch eine steuerlich sinnvolle Gestaltung lassen sich langfristig Vorteile erzielen. Wer die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten nutzt, kann den Zinseszinseffekt zusätzlich stärken.

Inflation:
Die Inflation verringert über die Jahre die Kaufkraft des Vermögens. Deshalb sollte dieser Einfluss bei jeder langfristigen Finanzplanung von Anfang an berücksichtigt werden.

Wer diese wesentlichen Kriterien beachtet, verbessert die Chancen deutlich, dass das investierte Kapital langfristig einen echten Vermögenszuwachs erzielt.

Stammdaten der Vertragsprüfung
  • Einmaliger Anlagebetrag: 0 Euro
  • Monatsbeitrag: 370,00 Euro
  • Beitragszahldauer (Jahre): 38
  • Dynamik: keine
  • Eintrittsalter: 29
  • Rentenbeginn: 67
  • Eingezahltes Gesamtkapital: 168.720,00 Euro

Dem uns vorliegenden Angebot entnehmen wir einen monatlichen Beitrag von 370 Euro. Eine einmalige Anfangsinvestition ist nicht vorgesehen. Die Beiträge werden über die gesamte Vertragslaufzeit von 38 Jahren eingezahlt, ohne dass eine Dynamisierung vereinbart wurde.

Der Versicherungsnehmer beginnt den Vertrag im Alter von 29 Jahren und plant den Renteneintritt mit 67 Jahren. Unter der Annahme gleichbleibender Beiträge ergibt sich bis zum Ende der Laufzeit eine Gesamteinzahlung von 168.720,00 Euro. Eventuelle Zuzahlungen oder spätere Beitragsänderungen wurden in dieser Berechnung nicht berücksichtigt.

Um beurteilen zu können, ob sich ein solcher Vertrag langfristig lohnt, muss zunächst die realistisch zu erwartende Durchschnittsrendite vor Kosten und Steuern ermittelt werden.

Die zukünftige Entwicklung einzelner Aktien oder Investmentfonds lässt sich nicht zuverlässig prognostizieren. Für eine fundierte Bewertung einer Geldanlage reicht es deshalb nicht aus, lediglich die bisherige Wertentwicklung einzelner Wertpapiere zu betrachten. Entscheidend ist vielmehr, in welche Anlageklassen das Kapital investiert wird und aus welchen Renditequellen die Erträge stammen.

Besteht eine Anlage beispielsweise vollständig aus Aktien, legen wir für unsere Berechnungen die langfristig erwartete Rendite des weltweiten Aktienmarktes von durchschnittlich neun Prozent pro Jahr zugrunde.

Diese sogenannten Marktrenditen basieren auf zahlreichen wissenschaftlichen Studien und Untersuchungen. Entsprechende Literaturhinweise finden Sie am Ende dieses Artikels.

Im nächsten Schritt werden von dieser langfristigen Marktrendite sämtliche Kosten – beispielsweise Vertrags- und Fondskosten – sowie weitere renditemindernde Einflussfaktoren abgezogen. Erst dadurch lässt sich die realistisch zu erwartende Nettorendite für den Anleger bestimmen.

Aus den uns vorliegenden Angebotsunterlagen geht hervor, dass sämtliche Beiträge in den DWS Vermögensbildungsfonds I investiert werden. Da dieser Fonds nahezu vollständig in Aktien investiert, kalkulieren wir mit einer langfristigen Marktrendite von neun Prozent pro Jahr vor Kosten und Steuern. Anschließend werden sämtliche Kosten und weiteren Renditeeinflüsse berücksichtigt, um die voraussichtliche durchschnittliche Kundenrendite zu berechnen.

Wenn Sie mehr über die Grundlagen unserer finanzmathematischen Vertragsanalyse erfahren möchten, finden Sie unter diesem Artikel einen separaten Blogbeitrag, der dieses Thema ausführlich erläutert.

Kosten im Vertrag

Nachdem die langfristig zu erwartende Rendite betrachtet wurde, folgt im nächsten Schritt die Analyse sämtlicher Kosten, die sich auf die Wertentwicklung des Vertrags auswirken. Hierzu zählen sowohl die Gebühren des Versicherers als auch die Kosten der gewählten Fondsanlage. Diese werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten unmittelbar dem Vertragsguthaben belastet.

Darüber hinaus gibt es weitere renditemindernde Einflussfaktoren. Diese stellen zwar keine klassischen Gebühren dar, wirken sich jedoch ebenfalls direkt auf den Vermögensaufbau aus und sollten deshalb bei einer umfassenden finanzmathematischen Bewertung berücksichtigt werden.

Zusammenfassung der Kosten:

  • Kosten der Canada Life Generation Private Plus: 32.540,97 Euro
  • Kosten der Kapitalanlage: 150.163,81 Euro

(In diesem Betrag sind sowohl die Fondskosten als auch weitere renditemindernde Einflussfaktoren enthalten.)

Die einzelnen Kostenarten des Versicherers während der Beitragsphase ergeben sich aus den Vertragsunterlagen. Für eine vollständige Bewertung sind insbesondere die folgenden Kostenpositionen relevant:

(Auszug aus dem uns vorgelegten Vertragsangebot der Württembergischen PrivatRente Genius Vorsorge Chance, in dem wir die recherchierten Kosten ergänzt haben.)

Alpha-Kosten

Die Alpha-Kosten umfassen die Abschluss- und Vertriebskosten des Vertrags. In der Regel werden diese innerhalb der ersten fünf Vertragsjahre beziehungsweise über einen Zeitraum von 60 Monaten dem Vertragsguthaben entnommen. Je nach Vertriebsmodell fließen diese Kosten häufig vollständig als Provision an den jeweiligen Vermittler.

Die Berechnung erfolgt auf Basis der sogenannten Bewertungssumme. Diese ergibt sich aus dem Jahresbeitrag multipliziert mit der Dauer der Beitragszahlung sowie gegebenenfalls einer vereinbarten Einmalzahlung. Bei besonders langen Laufzeiten begrenzen viele Versicherer die Berechnungsgrundlage auf 30 bis 50 Jahre.

Steigen die Beiträge im Laufe der Vertragsdauer – beispielsweise durch eine Dynamik oder freiwillige Beitragserhöhungen –, erhöht sich entsprechend auch die Bewertungssumme. Für den zusätzlichen Beitrag werden erneut Abschluss- und Vertriebskosten berechnet, da davon ausgegangen wird, dass dieser bis zum Ende der Beitragszahlungsdauer investiert bleibt.

Auch spätere Zuzahlungen führen in den meisten Fällen erneut zu Alpha-Kosten, vergleichbar mit einer einmaligen Einzahlung.

Werden die Beiträge während der Tilgungsphase reduziert oder der Vertrag beitragsfrei gestellt, entfallen lediglich die noch nicht berechneten Abschlusskosten. Bereits belastete Kosten werden hingegen nicht erstattet. Nach Ablauf der Tilgungszeit wurden sämtliche Abschlusskosten bereits vollständig verrechnet.

Für das geprüfte Vertragsangebot haben wir eine Bewertungssumme von 168.720,00 Euro sowie Alpha-Kosten von 2,5 Prozent ermittelt.

Berechnung:

370 Euro × 12 Monate = 4.440 Euro Jahresbeitrag

4.440 Euro × 38 Jahre = 168.720,00 Euro Bewertungssumme

168.720,00 Euro × 2,5 %

= 4.218,00 Euro Alpha-Kosten, verteilt auf 60 Monate.

(Ohne Berücksichtigung zukünftiger Beitragsänderungen oder Zuzahlungen.)

Beta-Kosten

Die Beta-Kosten gehören zu den laufenden Verwaltungskosten des Vertrags. Sie werden nach jeder Beitragszahlung direkt vom Vertragsguthaben abgezogen und richten sich nach der Höhe des jeweiligen Beitrags.

Viele Versicherer unterscheiden hierbei zwischen laufenden Beiträgen, Einmalzahlungen und späteren Zuzahlungen. Teilweise kommen Staffelmodelle zum Einsatz, wodurch sich die Höhe dieser Kosten im Verlauf der Vertragslaufzeit verändern kann.

Werden Beiträge reduziert oder der Vertrag beitragsfrei gestellt, passen sich die Beta-Kosten grundsätzlich entsprechend an. Allerdings kann dies nachteilig sein, wenn in den ersten Jahren überdurchschnittlich hohe Verwaltungskosten berechnet wurden und der Kunde von später sinkenden Kostensätzen kaum noch profitiert.

Einige Versicherer reduzieren die Beta-Kosten zusätzlich durch Überschussbeteiligungen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass diese Überschüsse jährlich neu festgelegt werden und nicht garantiert sind. Sie können deshalb jederzeit reduziert oder vollständig gestrichen werden.

Für das vorliegende Vertragsangebot haben wir Beta-Kosten in Höhe von 6,57 Prozent je Monatsbeitrag ermittelt.

Berechnung:

370 Euro × 6,57 %

= 24,31 Euro pro Monat

24,31 Euro × 12 Monate × 38 Jahre

= 11.085,36 Euro Beta-Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit.

(Ohne Berücksichtigung zukünftiger Beitragsänderungen oder Zuzahlungen.)

Gamma-Kosten

Gamma-Kosten zählen ebenfalls zu den Verwaltungskosten eines Versicherungsvertrags. Sie werden prozentual auf das jeweils vorhandene Vertragsguthaben berechnet und stellen insbesondere bei langen Laufzeiten häufig den größten Kostenblock dar.

Üblicherweise erfolgt die Berechnung einmal jährlich direkt aus dem Vertragsguthaben. Einige Versicherer rechnen diese Kosten jedoch monatlich ab, weshalb der jeweilige Abrechnungsmodus sorgfältig geprüft werden sollte.

Da das Vertragsguthaben durch laufende Beiträge, mögliche Dynamiken, Zuzahlungen und Wertentwicklungen kontinuierlich wächst, erhöht sich gleichzeitig auch die Berechnungsgrundlage für diese Kosten. Dadurch steigt häufig die absolute Kostenbelastung im Laufe der Vertragsdauer.

Je nach Versicherer können zudem unterschiedliche Gamma-Kostensätze für verschiedene Beitragsarten gelten.

Im vorliegenden Vertragsangebot konnten wir jährliche Gamma-Kosten von 0,26 Prozent auf das jeweilige Vertragsguthaben feststellen.

Da sich die zukünftige Entwicklung des Vertrags nicht exakt vorhersagen lässt, können auch die tatsächlich entstehenden Gamma-Kosten nur geschätzt werden. Unter der Annahme einer gleichbleibenden Vertragsentwicklung und unveränderter Überschussbeteiligungen ergibt sich in unserer finanzmathematischen Berechnung folgender Wert:

17.237,61 Euro Gamma-Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit.

(Ohne Berücksichtigung zukünftiger Beitragsänderungen oder Zuzahlungen.)

Kappa-Kosten

Auch Kappa-Kosten zählen zu den Verwaltungskosten eines Versicherungsvertrags. Sie werden häufig als sogenannte Stückkosten bezeichnet und unabhängig von Beitragshöhe oder Vertragsguthaben als fester jährlicher Betrag berechnet.

Nicht jeder Versicherer erhebt diese Kostenart.

Im vorliegenden Vertragsangebot der Württembergischen PrivatRente Genius Vorsorge Chance konnten wir keine Kappa-Kosten feststellen.

(Auszug aus den wesentlichen Anlegerinformationen des DWS Vermögensbildungsfonds I)

Neben den Kosten des Versicherungsvertrags spielen auch die Gebühren der gewählten Fondsanlage eine entscheidende Rolle. Diese ergeben sich aus den „Wesentlichen Anlegerinformationen“ des jeweiligen Fonds. Dabei wird zwischen verschiedenen Kostenarten unterschieden.

Ausgabeaufschläge und Rücknahmeabschläge

Ausgabeaufschläge und Rücknahmeabschläge fallen einmalig beim Kauf beziehungsweise Verkauf von Fondsanteilen an. Häufig dienen diese Gebühren als Vergütung für Banken oder Anlageberater. Je nach Produkt werden sie entweder direkt von der Anlagesumme abgezogen oder separat in Rechnung gestellt.

Die tatsächliche Kostenbelastung hängt dabei von der jeweiligen Berechnungsmethode ab. Zwar werden Ausgabeaufschläge teilweise reduziert oder entfallen vollständig, allerdings gehen solche Vergünstigungen häufig mit höheren laufenden Fondskosten einher. Gerade bei langfristigen Anlagen können diese dauerhaft höheren Gebühren den anfänglichen Kostenvorteil deutlich übersteigen.

Bei den meisten fondsgebundenen Rentenversicherungen werden Ausgabeaufschläge und Rücknahmeabschläge jedoch nicht erhoben und bleiben deshalb in unserer Berechnung unberücksichtigt.

Laufende Kosten

Die laufenden Fondskosten werden direkt von der Kapitalverwaltungsgesellschaft aus dem Fondsvermögen entnommen. Ihre Höhe kann jederzeit angepasst werden, ohne dass hierfür die Zustimmung der Anleger erforderlich ist.

Über Änderungen werden Anleger in der Regel nicht aktiv informiert. Die tatsächlichen Kosten lassen sich meist erst nach Abschluss eines Geschäftsjahres den veröffentlichten Fondsunterlagen entnehmen.

Ähnlich wie bei den Gamma-Kosten wächst auch hier die Berechnungsgrundlage mit zunehmender Vertragsdauer. Laufende Beiträge, mögliche Dynamiken, zusätzliche Einzahlungen und Wertsteigerungen erhöhen das Fondsvermögen kontinuierlich. Da die Gebühren prozentual auf dieses Vermögen berechnet werden, steigt häufig auch die absolute Kostenbelastung.

Für den im Vertrag hinterlegten DWS Vermögensbildungsfonds I weisen die Anlegerinformationen laufende Kosten von 1,45 Prozent pro Jahr aus. Davon wird die fondsabhängige Überschussbeteiligung in Höhe von 0,43 Prozent abgezogen, sodass wir für unsere Berechnung laufende Kosten von 1,03 Prozent jährlich zugrunde legen.

Da sich die zukünftige Entwicklung des Fonds nicht zuverlässig prognostizieren lässt, können auch die tatsächlichen Fondskosten nicht exakt bestimmt werden. Unsere finanzmathematische Analyse basiert daher auf der Annahme einer gleichbleibenden Fondsentwicklung sowie unveränderter laufender Kosten.

Neben den unmittelbar berechneten Gebühren gibt es weitere Einflussgrößen, die sich negativ auf die langfristige Wertentwicklung einer Geldanlage auswirken können. Obwohl diese Faktoren keine klassischen Kosten darstellen, beeinflussen sie die erzielbare Rendite unmittelbar und sollten daher in einer umfassenden Analyse berücksichtigt werden.

Da ihre Höhe maßgeblich von der gewählten Anlagestrategie abhängt, ordnen wir sie aus Gründen der Übersicht den Kosten der Kapitalanlage zu.

Wie die laufenden Fondskosten werden auch diese Faktoren prozentual berücksichtigt. Ihre zukünftige Entwicklung lässt sich zwar nicht exakt vorhersagen, zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen jedoch ihren langfristigen Einfluss auf den Vermögensaufbau.

Für das vorliegende Vertragsangebot der Württembergischen PrivatRente Genius Vorsorge Chance sowie die gewählte Anlagestrategie haben wir folgende renditemindernde Faktoren angesetzt:

Opportunitätskosten durch mögliche Abweichungen von einer wissenschaftlich evidenzbasierten Anlagestrategie: durchschnittlich 0,70 Prozent Renditeminderung pro Jahr
Transaktionskosten: durchschnittlich 0,50 Prozent Renditeminderung pro Jahr
Cash-Lock-Effekt der gewählten Anlagestrategie: durchschnittlich 0,02 Prozent Renditeminderung pro Jahr

Ausführliche Informationen zu diesen und weiteren Einflussfaktoren finden Sie in unserem separaten Blogartikel, den wir speziell zu diesem Thema veröffentlicht haben. Den entsprechenden Link finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Eine passende wissenschaftliche Studie, die die Unterschiede zwischen klassischem aktivem Fondsmanagement und evidenzbasiertem Investieren erläutert, finden Sie in den Literaturangaben.

Das Ergebnis unserer Prüfung zur Württembergischen PrivatRente Genius Vorsorge Chance

Für unsere Analyse haben wir mithilfe unserer finanzmathematischen Software ein Gutachten erstellt, das sämtliche Kosten und Einflussfaktoren über die komplette Vertragslaufzeit transparent in Euro darstellt.

Alle Kosten sowie weitere renditemindernde Faktoren wirken sich unmittelbar auf die Entwicklung Ihres investierten Kapitals aus. In den oftmals umfangreichen Angebots- und Vertragsunterlagen sind diese Belastungen jedoch häufig nur schwer oder gar nicht nachvollziehbar.

Unser Gutachten stellt deshalb sämtliche relevanten Kennzahlen übersichtlich dar.

  • (1) Gesamtsumme aller eingezahlten Beiträge über die Vertragslaufzeit von 38 Jahren.
    (370 Euro × 12 Monate × 38 Jahre)
  • (2) Gesamtkosten der Kapitalanlage einschließlich der Fondskosten sowie weiterer renditemindernden Einflussfaktoren.
  • (3) Gesamtkosten der Württembergischen, die während der Vertragslaufzeit unmittelbar dem Vertragsguthaben entnommen werden.
  • (4) Gesamte finanzielle Belastung des Vertrags über die komplette Laufzeit in Euro.
  • (5) Voraussichtliche Brutto-Kapitalauszahlung zum Ende der Vertragslaufzeit.
  • (6) Voraussichtliche Netto-Kapitalauszahlung nach Berücksichtigung der Steuern.
  • (7) Voraussichtliche monatliche Bruttorente nach 38 Jahren Beitragszahlung.

(Ergebnisseite aus unserem finanzmathematischen Gutachten)

Während der Vertragslaufzeit werden insgesamt 168.720,00 Euro eingezahlt.

Die aus den Vertragsunterlagen ermittelten Kosten der Württembergischen belaufen sich auf 32.540,97 Euro. Hinzu kommen 150.163,81 Euro an Kosten der Kapitalanlage sowie weiteren renditemindernden Einflussfaktoren.

Zum Ende der Vertragslaufzeit ergibt sich ein prognostiziertes Vertragsguthaben von 528.468,98 Euro. Bei einer vollständigen Kapitalauszahlung fällt darauf eine Steuerbelastung an. Nach unseren Berechnungen ergibt sich eine einmalige Steuerzahlung von 43.278,82 Euro, sodass eine voraussichtliche Nettoauszahlung von 485.190,15 Euro verbleibt.

Alternativ besteht die Möglichkeit, das vorhandene Vertragsguthaben in eine lebenslange Rentenzahlung umzuwandeln.

Die Höhe dieser Rente richtet sich nach dem vorhandenen Vertragsguthaben zum Rentenbeginn sowie mindestens nach dem garantierten Rentenfaktor. Da Überschussrenten in den vergangenen Jahren von vielen Versicherern mehrfach reduziert wurden, kalkulieren wir ausschließlich mit dem garantierten Rentenfaktor.

Zum geplanten Rentenbeginn beträgt dieser 23,89 Euro je 10.000 Euro Vertragsguthaben.

Berechnung:

528.468,98 Euro ÷ 10.000 × 23,89 Euro

= 1.262,51 Euro monatliche Bruttorente

Unser Fazit zur Württembergischen PrivatRente Genius Vorsorge Chance

Auf den ersten Blick erscheint das Ergebnis durchaus attraktiv: Bei einer monatlichen Einzahlung von 370 Euro ergibt sich eine prognostizierte lebenslange Bruttorente von 1.262,51 Euro. Auch der Vergleich zwischen den eingezahlten 168.720,00 Euro und der voraussichtlichen Nettokapitalauszahlung von 485.190,15 Euro vermittelt zunächst einen positiven Eindruck.

Bei einer genaueren Betrachtung sollten jedoch einige wesentliche Punkte berücksichtigt werden.

Entscheiden Sie sich mit 67 Jahren für die lebenslange Rentenzahlung in Höhe von 1.262,51 Euro brutto pro Monat anstelle der einmaligen Kapitalauszahlung von 528.468,98 Euro brutto, müsste die Rente über 418 Monate beziehungsweise etwas mehr als 34 Jahre bezogen werden, um den Wert der Einmalzahlung zu erreichen. Rein rechnerisch müssten Sie somit mindestens 101 Jahre alt werden, damit sich die Rentenoption finanziell gegenüber der Kapitalauszahlung auszahlt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Inflation. Bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von rund zwei Prozent pro Jahr nimmt die Kaufkraft der späteren Rentenzahlung deutlich ab. Die heute prognostizierte monatliche Bruttorente von 1.262,51 Euro entspricht nach 38 Jahren nur noch einer Kaufkraft von etwa 594,88 Euro.

Auch bei einer einmaligen Kapitalauszahlung bleibt dieser Effekt bestehen. Zwar erhalten Sie nach Steuern voraussichtlich 485.190,15 Euro, die tatsächliche Kaufkraft reduziert sich bei einer angenommenen Inflationsrate von zwei Prozent jährlich jedoch auf rund 228.615,38 Euro.

Vergleicht man diese inflationsbereinigte Kaufkraft mit den insgesamt eingezahlten 168.720,00 Euro, zeigt sich, dass die Inflation zwar rechnerisch ausgeglichen werden konnte. Ein nennenswerter realer Vermögenszuwachs wird darüber hinaus jedoch nicht erzielt.

Die Auswirkungen der Inflation lassen sich selbstverständlich nicht allein durch die Württembergische verhindern. Dieser Effekt betrifft grundsätzlich jede langfristige Kapitalanlage und sollte deshalb bei jeder Vorsorgeplanung berücksichtigt werden.

Auffällig ist in diesem Beispiel jedoch insbesondere die gesamte Kostenbelastung. Nach unseren Berechnungen summieren sich sämtliche Kosten und weiteren renditemindernden Einflussfaktoren auf 182.704,79 Euro. Im Verhältnis zum investierten Kapital stellt dies eine erhebliche Gesamtbelastung dar.

Unsere Erfahrung zeigt, dass sich sowohl die Vertragskosten als auch die Belastungen innerhalb der Kapitalanlage häufig deutlich reduzieren oder sogar vermeiden lassen. Bei identischer monatlicher Sparleistung kann dies langfristig zu einem wesentlich höheren Endkapital führen.

Individuelle Vertragsprüfung für Sie

Die Rentabilität einer Rentenversicherung wird von zahlreichen individuellen Faktoren beeinflusst. Deshalb lässt sich die Qualität eines Vertrags nicht allein anhand des Tarifnamens oder einzelner Kennzahlen beurteilen.

Wenn Sie bereits eine Württembergische PrivatRente Genius Vorsorge Chance abgeschlossen haben oder Ihnen ein vergleichbares Angebot vorliegt und Sie wissen möchten, ob dieser Vertrag zu Ihren persönlichen Zielen passt, unterstützen wir Sie gerne im Rahmen eines kostenfreien Erstgesprächs.

Gemeinsam analysieren wir Ihren bestehenden Vertrag oder das vorliegende Angebot, erläutern die einzelnen Vertragsbestandteile verständlich und prüfen, ob die gewählte Lösung zu Ihrer finanziellen Situation und Ihren langfristigen Zielen passt. Gleichzeitig zeigen wir Ihnen auf, welche Alternativen gegebenenfalls in Betracht kommen.

Nutzen Sie die Möglichkeit einer unverbindlichen Vertragsprüfung und erhalten Sie eine professionelle sowie unabhängige Einschätzung durch einen Experten aus unserem Team.

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Literatur

Allgemeine Grundlagen für unsere Vertragsprüfungen:
Video: https://www.youtube.com/watch?v=jgGB6owAtfs&t=0s
Blogartikel: https://tappeconsulting.de/allgemeine-grundlagen-fur-unsere-vertragsprufungen/

Institut für Vermögensaufbau (IVA) AG (Dezember 2020): Evidenzbasiertes Investieren vs. Konventionelles Asset Management – Portfoliokonstruktion auf Basis der aktuellen Kapitalmarktforschung: Evidenzbasiertes Investieren vs. Konventionelles Asset Management

Mark Ortmann (2010): Versicherungswissenschaftliche Studien – Kostenvergleich von Altersvorsorgeprodukten

Michael Ritzau (2016): Die große Fondslüge – Falschberaten von Finanztest, Sparkassen, Banken & Co.

Andreas Hackethal and Simon Kaesler (March 2013): The Dark Side of ETFs and Index Funds

Dr. Gerd Kommer (März 2018): Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen

Petersmann Institut (2017): III. Studie Transaktionskosten in Fonds
Institut für Vermögensaufbau (IVA) AG (Dezember 2017): Gesamtkosten von ETF – Studie zur Total Cost of Ownership (TCO) von Exchange Traded Funds in Deutschland und der Schweiz

The Dark Side of ETFs and Index Funds – März 2013: https://tappeconsulting.de/wp-content/uploads/2021/08/the-dark-side-of-etfs-and-index-funds-maerz-2013.pdf

Studie zur total cost of ownership: https://tappeconsulting.de/wp-content/uploads/2021/08/studie-zur-total-cost-of-ownership.pdf

Studie III-Transaktionskosten in Fonds Petersmann I.: https://tappeconsulting.de/wp-content/uploads/2021/08/Studie-III-Transaktionskosten-in-Fonds-Petersmann-I..pdf

Problem Mensch Darkside of ETF – Das Investment Punkt: https://tappeconsulting.de/wp-content/uploads/2021/08/problem-mensch-darkside-of-etf-das-investment-punkt-com.pdf

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